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Und das Telefon sagt nicht mehr „Du“..: Durchwahl zum Jobcenter Chemnitz

So umgeht man das lästige Callcenter der Jobcenter – per Direktwahl. Die Piratenpartei setzt das von Harald Thomé initiierte bundesweite Telefonlistentransparenzprojekt fort. In der Liste befinden sich auch schon Nummern aus Chemnitz.

Nächster Treff: Bitte melden!

Schei� Jobcenter! (Sprechblase)

Um sich gegen die Schikanen und die Stigmatisierung, denen
HartzIV-Betroffene und prekär Beschäftigte ausgesetzt sind,
besser zu schützen, wollen wir Folgendes:

Einen Informations- und Erfahrungsaustausch über
Probleme mit dem „Amt“ in Chemnitz starten.

Gegenseitiges Beraten und Begleiten zum Jobcenter.

Praktische Kritik an Arbeitsmarktpolitik und
am deutschen Arbeitsethos.

Regelmäßige Treffen dazu finden statt:
Mittwoch, einmal im Monat, 18 Uhr
Lesecafé Nachschlag
Leipziger Str. 3, 09113 Chemnitz

Kontakt
einstweilenwirdesmittag(at)riseup.net

Happy New Year.

Die nächsten Termine werden in Bälde bekanntgegeben. Zuvor lassen wir am 5.1. ein Jahr „Einstweilen…“ Revue passieren und möchten zugleich ein Fazit ziehen. Wer Interesse daran hat, kann uns per E-Mail kontaktieren.

Neujahrsgrüße möchten wir derweil mit der – nicht mehr existierenden – wertkritischen Gruppe Krisis übermitteln. Und zwar mit einem kurzen Auszug aus dem streitbaren Manifest gegen die Arbeit. Es betrifft die Frage, welche Aufgabe der Arbeitskritik und der angestrebten Aufhebung der Arbeit zukommt:

„…die Aufhebung der Arbeit. Der kategoriale Bruch mit der Arbeit findet keine fertigen und objektiv bestimmten gesellschaftlichen Lager vor wie der systemimmanent beschränkte Interessenkampf. Er ist ein Bruch mit der falschen Sachgesetzlichkeit einer “zweiten Natur”, also nicht selber wieder ein quasi-automatischer Vollzug, sondern negatorische Bewußtheit – Verweigerung und Rebellion ohne irgendein “Gesetz der Geschichte” im Rücken. Ausgangspunkt kann kein neues abstrakt-allgemeines Prinzip sein, sondern nur der Ekel vor dem eigenen Dasein als Arbeits- und Konkurrenzsubjekt und die kategorische Weigerung, auf immer elenderem Niveau weiter so funktionieren zu müssen.“ (Auszug aus dem Manifest gegen die Arbeit der Gruppe Krisis, 1999)

Sanktionen! Sanktionen! Sanktionen! Eine kleine Handreichung zum selbstbewussten Umgang mit dem Jobcenter (Teil 2)

1. Unvereinbarkeit mit den Grundrechten?

Im Jahr 2011 hat die Bundesagentur für Arbeit so viele Sanktionen verhängt wie noch nie zuvor. Nämlich 912.377 Sanktionen. Bei der Bild-Zeitung hört sich diese nüchterne Zahl dann so an: „Hartz IV Sauerei – Noch nie wurden so viele Drückeberger erwischt“ (Quelle: Bild-Zeitung vom 11.04.2012).

Ein ziemlicher Skandal also! Der eigentliche Skandal ist jedoch nicht die Anzahl der verhängten Sanktionen, sondern die Tatsache, dass der Staat überhaupt zu solchen Mitteln greift. Denn bei ALG II handelt es sich um das soziokulturelle Existenzminimum, dies hat das Bundesverfassungsgericht so festgestellt und auch einen grundrechtlichen Anspruch hierauf hergeleitet (Az: BvL 1/09). Dem Wortsinn nach kann ein Existenzminimum nicht unterschritten werden, jedenfalls nicht ohne in menschenunwürdige Zustände zurückzufallen. Trotzdem haben die Behörden im letzten Jahr in 912.377 Fällen Menschen genau dies zugemutet . Und das obwohl der Staat nach dem Grundgesetz ein Sozialstaat ist, obwohl die Menschenwürde nach Art. 1 I GG unantastbar ist und obwohl nach Art. 12 II GG Zwangsarbeit verboten ist. Das ist der eigentliche Skandal!

Zufällig kommt die Anzahl der Sanktionen dabei nicht zu Stande. In den Jobcentern gibt es verschiedene Abteilungen. Neben der Leistungsabteilung, der Vermittlungsabteilung und der Widerspruchsabteilung gibt es auch die Sanktionsabteilung. Die Sanktionsabteilung bekommt Zielvorgaben wie viele Sanktionen pro Monat zu erreichen sind. Für Quoten-Unterschreitungen müssen sich die einzelnen Teams und Mitarbeiter_innen rechtfertigen.

2. Wie sich nun dagegen wehren?
(mehr…)

Vortragsreihe zur Kritik der Arbeit

Dienstag, 01.05.2012 13:00 Uhr, Springbrunnen am Roten Turm, Chemnitz
Arbeitsbefreiungsmaßnahmen und Sahnetörtchen (Aktionen zum 1.Mai)
http://www.rosalux.de/event/45789/arbeitsbefreiungsmassnahmen-und-sahnetoertchen.html

Mittwoch, 02.05.2012 20:00 Uhr, Lokomov, Augustusburger Straße 102, Chemnitz
Die Arbeitsgruppe Arbeit auf der Suche nach dem symbolischen Kapital (klick!)

Donnerstag, 03.05.2012 20:00 Uhr, Lokomov, Chemnitz
Eine Schaarschmidt-Lesung. Satirische Kolumnen zur Arbeitskritik (Lesung / Gespräch)

Freitag, 04.05.2012 20:00 Uhr, Lokomov, Chemnitz
Dann lieber gleich arbeiten. Vom Kokon, der sich Freiheit nennt. Über Motivation, Ziele und Lebensläufe (Diskussion / Vortrag)

Montag, 07.05.2012 20:00 Uhr, Lokomov, Chemnitz
Einstweilen wird es Mittag

Dienstag, 08.05.2012 20:00 Uhr, Lokomov, Chemnitz
Viereckige Augen. Kurzfilmprogramm zum Wandel der Arbeit (Film & Diskussion)